Review zu Sakuhiros „Rendezvous um 25 Uhr“


Review zu Sakuhiros „Rendezvous um 25 Uhr“
KAYO, 25JI NO KOIBITO ©Sakuhiro 2019 / KADOKAWA CORPORATION

Regelmäßig veröffentlicht Egmont Manga neue Boys-Love-Titel. Zum Monatsanfang wurde so mit Rendezvous um 25 Uhr ein neuer Einzelband in den Handel gebraucht. Im vergangenen November erschien mit noe67 bereits ein anderes Werk der Mangaka Sakuhiro auf Deutsch. Nachdem uns dieses durchaus überzeugen konnte, werfen wir natürlich auch einen Blick auf ihren hierzulande neusten Streich.

Der Einzelband ist seit dem 01. April im Handel vorzufinden. Zu dem Standard-Preis von 7,50 Euro (D) ist ein Umfang von fast 160 Seiten geboten, eine Farbseite oder andere etwaige Goodies sind allerdings nicht enthalten. Digital wird Rendezvous um 25 Uhr etwas günstiger, für 6,49 Euro, angeboten. Eine gute Alternative für alle, die etwas Geld sparen und die Umwelt schonen möchten.

Inhaltsbeschreibung

Seit etwas mehr als einem Jahr arbeitet Tori als Bedienung in einem Restaurant. Bei dem örtlichen Sommerfest trifft er überraschend auf den dunkelhaarigen Misumi. Als er damals gerade seine Arbeit als Kellner aufgenommen hat, stand ihm dieser stets mit Rat und Tat zur Seite. In seiner Position als Vize-Manger war er zu dieser Zeit Toris Vorgesetzter. 

Gegenüber des Filialleiters verteidigte er immer wieder den ungeschickten jungen Mann, woraufhin dieser schließlich begann, für ihn zu schwärmen. Doch entwickelte sich die Beziehung zu dieser Zeit nicht weiter. Denn Misumi wurde in die Hauptstelle der Restaurant-Kette versetzt. Seitdem kam es zu keinem Wiedersehen der beiden Männer.

Toris freudige Stimmung nach der Begegnung wird allerdings schnell gedämpft. Misumi erzählt, dass er mittlerweile seit rund einem Jahr arbeitslos sei und sich aufgrund dessen in schwierigen, finanziellen Verhältnissen befände. Er ist mit Miet- und Stromkosten im Rückstand, ernährt sich zudem nur noch von gesalzenem Reis. Der attraktive Misumi erklärt, dass er daher überlege, seinen Körper zu verkaufen … ein Angebot, das Tori kurzerhand annimmt. Aus dieser Prämisse heraus entwickelt sich die Handlung weiter.

KAYO, 25JI NO KOIBITO ©Sakuhiro 2019  / KADOKAWA CORPORATION

Die Geschichte wird aus der Sicht von beiden Protagonisten wiedergegeben, allerdings überwiegt Toris Perspektive im Gesamten. Misumis Vergangenheit findet darüber hinaus Zuwendung – leider ist hierfür nur wenig Raum geboten, sodass sich die Ereignisse von da an etwas überschlagen und der Abschluss überraschend schnell kommt. Nichtsdestotrotz enttäuscht das Ende im Ausgang nicht.

Den vier Kapiteln der Hauptgeschichte hängen zwei Bonus-Episoden an. Die erste davon zeigt erneut die beiden Männer aus Rendezvous um 25 Uhr, während die zweite Bonus-Episode mit dem Titel My Dear Hands die Beziehung von zwei Freunden, dem offen homosexuellen Kazumi und dessen ehemaligen Mitschüler Sho, in den Handlungsmittelpunkt stellt.

Visualisierung

Die Zeichnungen haben einen sehr modernen Vibe, der sich insbesondere aufgrund der Bishounen-Charakterdesigns samt deren attraktiver Bekleidung der verschiedenen Figuren einstellt. Durch die dünne Strichführung und den strukturierten Seitenaufbau ergibt sich ein sehr sauberes Gesamtbild. Hin und wieder findet der Hintergrund sehr beachtenswerte Ausgestaltung.

Wie die Altersempfehlung von 18 Jahren richtig vermuten lässt, enthält der Einzelband zahlreiche erotische Passagen. In der Darstellungen sind die allerdings nicht unzensiert, sondern – wie von anderen Boys Love gewohnt – zensiert. Hierbei hat man sich in Japan dazu entschieden, jeweils das gesamte Geschlechtsmerkmal auszuweißen.

Obwohl der Leserschaft dadurch ein gewisses Stück Fantasie abverlangt wird, ist das entsprechende Geschehen sehr deutlich abgebildet. Es gefällt, wie abwechslungsreich die verschiedenen Szenen dieser Art dargestellt werden. Die präsentierte Erotik ist dabei nicht auf einen Ort und eine Position beschränkt.

Eine Leseprobe steht aktuell leider nicht zur Verfügung. Da der Manga im Handel eingeschweißt ist, kann in der Regel auch nicht vor Ort in das Buch hineingeschaut werden. Um sich dennoch einen eigenen Eindruck von den Zeichnungen der Künstlerin zu machen, empfehlen wir daher diese kostenlose Preview zu ihrem anderen Werk.

Fazit

Trotz der erklärten Erotik geht die grundlegende Hauptgeschichte nicht unter, besonders gegen Ende wird diese stärker in den Fokus gerückt. Aufgrund der vergleichsweise knappen Seitenzahl sind jedoch ein paar Limitationen im Handlungsablauf gegeben. Dennoch liegt der Manga – vom insgesamten Lesevergnügen her – im guten Mittelfeld.

Wie zuvor angedeutet, überzeugt uns vor allem der gebotene Zeichenstil. Insbesondere die abwechslungsreiche Darstellung der nicht jugendfreien Szenen ist uns dabei positiv im Gedächtnis geblieben. Wir glauben, dass Fans von pikanten Boys-Love-Erzählungen mit Rendezvous um 25 Uhr durchaus auf ihre Kosten kommen.

Abschließend bedanken wir uns bei Egmont Manga für die unverbindliche Bereitstellung eines Belegexemplars, das diesen Artikel ermöglicht.

TagsEgmont MangaReview