Ersteindruck zu „Urataro - Deathseeker“, Band 01


Ersteindruck zu „Urataro - Deathseeker“, Band 01
URATAROU © 2016 Atsushi Nakayama / SHUEISHA Inc

Mit Urataro - Deathseeker feierte vor Kurzem Mangaka Atsushi Nakayama sein Deutschlanddebüt. Egmont Manga verspricht einen „Fantasy-Action-Mix, der sich bei japanischen Geistergeschichten bedient“. Das klingt sehr verlockend – wir haben es uns daher nicht nehmen lassen, ebenfalls in die Geschichte reinzulesen. Im folgenden Artikel berichten wir von unserem Ersteindruck zu dem Titel.

Seit Anfang des Monats ist der erste Band mit einem Gesamtumfang von 212 Seiten auf Deutsch erhältlich. Beim Aufschlagen wird man von vier Hochglanz-Farbseiten begrüßt. Außerdem ist die Buchaußenseiten großzügig mit einem Relieflack veredelt, sodass einzelne Linien beim Anfassen deutlich ertastbar sind. Der Preis von 7,50 Euro (D) pro Band ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Für 6,49 Euro wird zudem eine E-Book-Fassung angeboten. Diese hält allerdings nicht die erklärten Vorzüge der Print-Version bereit.

Inhaltsbeschreibung

Die Geschichte ist im Jahr Kenkyu 3 (1192) angesiedelt. Zu dieser Zeit ist Chiyo, die Tochter des Kaiserpaares, 15 Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem Begleiter Ji, einem Berg von Mann, reist sie durch die Lande des großen Reiches – auf der Suche nach Heilung. Denn der Tod des jungen Mädchens rückt näher. Gewisse Umstände werden sie in einem Jahr das Leben kosten.

Um dies zu verhindern, folgen Chiyo und Ji jedem Anhaltspunkt, der Hoffnung auf eine Bekämpfung der tückischen Lage verspricht. Während der Durchreise kam ihnen das Gerücht zu Ohren, dass auf einem abgelegenen Berg ein 800 Jahre alter Zauberer lebt, dem Unsterblichkeit gegeben ist. Und tatsächlich residiert dort mit Urataro ein Wesen, auf das die Beschreibung zutrifft.

Bereits beim ersten Aufeinandertreffen zeigt dieses Chiyo, dass ihn sowohl das Aufschlitzen der eigenen Kehle als auch das Abtrennen seines Kopfes nicht umbringt. Bereits nach wenigen Sekunden beginnt sein Körper, das Gewebe zu regenerieren. Was für das Mädchen wie ein Segen klingt, ist für Urataro ein Fluch: Er möchte unbedingt sterben.

URATAROU © 2016 Atsushi Nakayama / SHUEISHA Inc

Von diesem Wunsch hörend macht ihm Chiyo einen Vorschlag. Er soll sie auf ihrer Reise zur Unsterblichkeit begleiten und wenn er danach immer noch sterben möchte, werde sie ihm dabei helfen. Obwohl Urataro zunächst nicht an dem Angebot interessiert ist, willigt er schließlich ein, als er ein mysteriöses Mal auf ihrem entblößten Körper entdeckt, das in sehr ähnlicher Form auch auf seiner Haut zu sehen ist … 

Im ersten Band wird der Leserschaft das grundlegende Setting der Handlung erklärt sowie deren wichtigsten Figuren vorgestellt. Dabei wird auch auf deren jeweilige Vergangenheit eingegangen. Erzähltechnisch sind beide Hauptfiguren ausbalanciert, keine der zwei Sichtweisen erscheint weitergreifender als die jeweils andere. Mit Ji ist außerdem eine Art Beobachter der Geschehnisse vorhanden, der somit zusätzliche Informationen hervorbringt. Neben den dramatischen Elementen ist sich außerdem um einen gewissen Witz bemüht.

Zeichenstil

Das Artwork des Mangas ist auf jeden Fall das Highlight der Veröffentlichung. Der auf dem Frontcover angezeigte Zeichenstil setzt sich im Inneren fort. Mit einer harten Linienführung trägt Autor und Zeichner Atsushi Nakayama einerseits zu einer besonderen Dynamik, andererseits maßgeblich zu der düsteren Grundatmosphäre des Titels bei.

Diese wird dabei außerdem durch dunkle Kontraste und leichte Gore-Elemente betont, die insbesondere die verschiedenen Action-Szenen hervorvorragend in Szene setzen. Zwischenzeitlich ist sich allerdings immer wieder ein paar Sekunden Zeit mehr zu nehmen, um das Gezeigte einordnen zu können. Insbesondere die großflächigen Illustrationen, welche eine oder zwei ganze Seiten füllen, brillieren durch den gebotenen Detailreichtum, den das eigene Auge erstmals verarbeiten muss.

Außerdem gefällt, dass – insbesondere gegen Ende des Bandes – die Hintergrundgestaltung nicht vernachlässigt wurde. Verschiedene Schriftarten sowie die originalen Soundword-Designs runden das Gesamtbild stimmig ab. Um sich einen eigenen Eindruck von dem Titel zu machen, empfiehlt sich die kostenlose Leseprobe, die hier durch Egmont Manga hinterlegt wurde.

Fazit

Bereits der erste Band von Urataro - Deathseeker beweist eindrucksvoll, dass Egmont Manga mit dem eingangs zitierten Versprechen Recht hat. In der Tat handelt es sich hierbei um ein sehr actionhaltiges Werk, das sowohl Drama- als auch Fantasy-Elemente in sich vereint. Dennoch ist durch die aufgeweckte Chiyo auch Raum für eine gewisse Komik geboten.

Obwohl die Geschichte inhaltlich nur bedingt neue Töne anschlägt, gefällt die uns bislang bekannte Umsetzung. Jeder, der übernatürliche Kämpfe in einem historisch angehauchten Setting mag oder daran interessiert ist, sollte sich überlegen, dem Deutschland-Debüt von Mangaka Atsushi Nakayama eine Chance zu geben. Alleine dessen überwältigender Zeichenstil rechtfertigt schon einen Blick, finden wir. Mit sechs Bänden gilt die Reihe in Japan als beendet – es handelt sich somit nicht um einen Endlos-Manga.

Abschließend bedanken wir uns außerdem bei Egmont Manga für das unverbindliche zur Verfügung gestellte Beleg-Exemplar des Titels.

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