Ersteindruck zu „Sayonara Red Beryl“ – Band 01


Ersteindruck zu „Sayonara Red Beryl“ – Band 01
RED BERYL NI SAYONARA 1 © ATAMI MICHINOKU 2017 by Frontier Works Inc.

Nachdem wir euch mit Ich will dich heute Nacht! und Gib Pfötchen und lieb mich bereits die ersten beiden Boys-Love-Einzelbände von Hayabusa näher vorgestellt haben, möchten wir nun auch einen Blick auf den Auftakt von Sayonara Red Beryl werfen. Dabei handelt es sich um die erste Boys-Love-Reihe des Labels sowie das Deutschland-Debüt von Mangaka Atami Michinoku.

Seit Ende März ist der erste Band hierzulande erhältlich. Die Erstauflage wird mit einer limitierten SNS-Card zum Sammeln ausgeliefert. In dem gebotenen Gesamtumfang von rund 160 Seiten ist zudem eine Hochglanz-Farbseite enthalten. Darüber hinaus wartet die deutschsprachige Ausgabe mit einer Spotlack-Veredelung auf: Die goldenen Flächen sowie der Schriftzug auf dem Frontcover reflektieren bei Lichteinfall. Gedruckt kostet das Taschenbuch 7,00 Euro (D), als E-Book wird der Titel für 5,99 Euro angeboten.

Inhaltsbeschreibung

Der achtzehnjährige Akihiko wuchs in einem Waisenheim auf. Aufgrund dessen hänselten ihn seine Klassenkameraden, sie verschmähten ihn. Obwohl ihm der Direktor des Heims stets gut zuredete, wurde sein Selbstbewusstsein entschieden geschwächt. Nach der Oberschule arbeitete der Teenager zunächst als Kellner, doch auch dort fand er keinen Halt im Leben.

Eigentlich sieht er in seinem Dasein keine Perspektive mehr, da sich niemand für ihn zu interessieren scheint. Dieser Eindruck ändert sich allerdings schlagartig, als er durch den attraktiven Kazushige vor herunterfallenden Eisenrohren gerettet wird. Zwar wird dieser dabei von einer der Stangen durchbohrt, doch stirbt er davon noch lange nicht – denn wie sich herausstellt ist er ein Vampir.

Er selbst versteht sich als Monster. Akihiko teilt diese Einstellung jedoch nicht, er ist dem jung aussehenden Mann dankbar. Endlich sieht er wieder einen Sinn in seinem Leben: Er möchte dem Vampir seine gesamte Dankbarkeit ausdrücken. Kazushige ist davon zunächst wenig begeistert, er ist ein verschlossener Typ und möchte möglichst wenig Kontakt zu anderen Individuen.

RED BERYL NI SAYONARA 1 © ATAMI MICHINOKU 2017 by Frontier Works Inc.

Akihiko lässt sich aber nicht beirren und bleibt beharrlich, eine besondere Kraft zieht ihn zu dem Vampir. Während er diesem näherkommt, treten zwei mysteriöse Figuren auf den Plan, die offenbar in Verbindung mit Kazushige und dessen Vergangenheit stehen. Dass Neugier gefährlich sein kann, wird Akihiko im Vorbeigehen mitgeteilt. Die Bedeutung dieser Worte ist ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar …

Der erste Band hält sich mit den Boys-Love-Elementen sehr zurück. Stattdessen liegt der Fokus darauf, die Handlung zu erklären und die beiden Protagonisten vorzustellen. Leider fehlt es hier ein wenig an der Vertiefung des Settings. Dass die Geschichte im Japan von 1968 spielt, wird nicht deutlich – möglicherweise werden die weiteren Bände dahingehend nacharbeiten und für eine inhaltliche Vertiefung sorgen. 

Dagegen gefällt, dass sowohl die Sichtweise von Akihiko als auch jene von Kazushige wiedergegeben wird. Zusätzlich wird in die jeweiligen Vergangenheiten geblickt. Dadurch verbleibt das Erzählte glücklicherweise nicht eindimensional. Dennoch wirkt der vorliegende Auftakt mehr wie ein ausgedehnter Prolog. Für die Fortsetzung verspricht die Mangaka Atami Michinoku im Nachwort mehr Gewicht auf die Liebesgeschichte zu legen. Inwiefern dies zutrifft, verbleibt aktuell noch abzuwarten.

Visualisierung

Die Zeichnungen von Atami Michinoku wirken einerseits schlicht, andererseits bestechen diese durch einen gewissen, inneliegenden Flair. Besonders der Gesichtsbereich der eleganten Charakterdesigns weisen einen hohen Wiedererkennungswert auf. Beispielsweise wird durch die Augen ein besonderer Ausdruck vermittelt – auch das oben gezeigte Frontcover-Design zeigt dies eindrucksvoll.

Dunkle Kontrastabstufungen verleihen den Illustrationen zusätzliche Wertigkeit, insbesondere der Detailreichtum großflächiger Darstellungen wird dadurch eindrucksvoll hervorgehoben. Eine nennenswerte Hintergrundgestaltung ist jedoch nicht gegeben, vielmehr verbleiben die Flächen im Hintergrund zumeist leer oder nur geringfügig befüllt. Dadurch wirken die einzelnen Seiten zwar stellenweise etwas trostlos, aber auch nicht überladen. Somit ist ein ungebremster Lesefluss gewährleistet.

Um selbst einmal in den Manga hineinzulesen, ist an dieser Stelle eine kostenlose Leseprobe verfügbar. Diese digitale Preview umfasst neben der erwähnten Farbseite auch das gesamte erste Kapitel – also ideal, um sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Aufgrund des erwähnten Goodies ist die Erstauflage des Bandes eingeschweißt, somit lässt sich nicht ungehindert reinblättern.

Fazit

Wie zuvor erklärt, führt der erste Band von Sayonara Red Beryl recht gemächlich in das Geschehen ein. Dabei entsteht der Eindruck, dass es sich um einen ausführlichen Prolog handelt. Die Boys-Love-Elemente stehen deutlich im Hintergrund, erst für die folgenden beiden Bände ist die Verschiebung des Fokus auf die Liebesgeschichte zu erwarten.

Hinsichtlich des Settings fehlt es uns zudem an einer gewissen Tiefe. Dass es sich um das Japan im Jahr 1968 handelt, wird nicht deutlich genug aufgetragen – obwohl gerade dieser Aspekt höchst interessant scheint. Der Zeichenstil ist mit Sicherheit vorzeigbar und setzt das Erzählte gelungen in Bildern um. Die wenigen großflächigen wie detaillierten Darstellungen gefallen hierbei am meisten.

RED BERYL NI SAYONARA 1 © ATAMI MICHINOKU 2017 by Frontier Works Inc. | Grafik: Hayabusa (Carlsen Verlag GmbH)

Am Lohnenswertesten ist dabei natürlich die Erstauflage, die neben der veredelten Buch-Außenseite und der erwähnten Farbseite auch die limitierte SNS-Card beinhaltet. Im Handel ist der erste Druck anhand eines Aufklebers zu erkennen, dieser weist auch noch einmal zusätzlich auf das enthaltene Goodie des Deutschland-Debüts von Mangaka Atami Michinoku hin.

Abschließend bedanken wir uns für die unverbindliche Bereitstellung eines Belegexemplars durch das Team von Hayabusa.

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