Vorstellung zu „Erdbeeren & Marshmallows“ – Band 04


Vorstellung zu „Erdbeeren & Marshmallows“ – Band 04
ICHIGOMASHIMARO 7, 8 © barasui 2013, 2017 by KADOKAWA CORPORATION

Mit dem vierten Doppelband von Barasuis Erdbeeren & Marshmallows holen wir zugleich den japanischen Stand ein. Da wir die Comedy-Reihe um die fünf Mädchen bereits seit Beginn der Neuveröffentlichung an begleiten, möchten wir euch im folgenden Text nun den vierten Band der Geschichte näher vorstellen.

Der vierte 2-in-1-Sammelband erschien zusammen mit den anderen Novitäten am 07. April im Handel. Wie bereits die beiden Bände davor kostet auch dieser 9,99 Euro (D) und beinhaltet rund 350 Seiten. Ebenfalls enthalten: zwei doppelseitig bedruckte Farbseiten – jeweils eine am Anfang und Ende des Buchs. Als E-Book erscheint der Titel bislang nicht auf Deutsch.

Inhaltsbeschreibung

Der Manga ist weiterhin episodisch gehalten, jedes Kapitel erzählt so eine neue Geschichte aus dem chaotischen Alltag der fünf Mädchen namens Nobue, Chika, Matsuri, Miu und Ana. Diese sind allesamt die Hauptfiguren von Erdbeeren & Marshmallows und durch ihre Freundschaft verbunden. Beinah jeden Tag sitzen sie zusammen und immer hat eine von ihnen etwas, woran sich die ganze Gruppe dann aufhängt.

In diesem Band werden wir beispielsweise Zeuge von Mius Kreativität, wenn es um Ausreden für das Zuspätkommen in der Schule geht. Bei einem weiteren ihrer Streiche schlüpft die Zwölfjährige zudem in ein Alien-Kostüm und möchte der gutmütigen Matsuri weismachen, dass sie aus dem Weltall komme. Ein anderes Mal beschäftigt sie ihre Freundinnen mit einer ausgefuchsten Schnitzeljagd der besonderen Art. Da sich innerhalb von dieser auf japanische Wortspiele bezogen wird, hat der deutsche Verlag zahlreiche Randbemerkungen mit abdrucken müssen. Diese unterbrechen den Lesefluss zwar sehr, sind aber unbedingt für das Verständnis nötig. 

ICHIGOMASHIMARO 7, 8 © barasui 2013, 2017 by KADOKAWA CORPORATION

Außerdem lebt das Werk von zahlreichen Referenzen. Beispielsweise parodieren einige Seiten das japanische Märchen Momotarou, ein anderer Abschnitt der Erzählung nimmt dagegen Bezug auf die bekannten Jump ’n’ Run-Videospielreihe um Super Mario. Selbst der japanische Eiskunstläufer Yuzuru Hanyu findet überraschend Erwähnung – seine Fans freut das mit Sicherheit.

Somit ist in jedem Fall eine bunte Mischung geboten – auch wenn man nicht ganz so tief in der japanischen Kultur bewandert ist, wird man einen Großteil der verschiedenen Geschichten dennoch problemlos verstehen. Bei den meisten vorhandenen Anspielungen helfen ansonsten die zuvor erwähnten Randbemerkungen der TOKYOPOP-Redaktion.

Dieser Band enthält die 1000. Seite von Erdbeeren & Marshmallows. Selbst nach dieser Anzahl langweilt der Manga nicht. Selbstverständlich gibt es einige Kapitel, die weniger unterhaltsam sind oder einfach weniger im Gedächtnis bleiben, aber im Allgemeinen gleicht sich das gut aus. Wenn man auf alle bisher erschienenen Bände zurückblickt, gefällt der neueste allerdings am meisten. Das liegt vielleicht auch daran, dass einzelne Kapitel hier teilweise etwas länger sind. Das wirkt sich in diesem Fall positiv auf die Erzählweise aus.

Visualisierung

Wenn man diesen band mit dem ersten vergleicht, sieht man ganz klar, wie sehr sich Mangaka Barasuis weiterentwickelt hat – beziehungsweise dessen Zeichenstil. Während die Figuren am Anfang sehr skizzenhaft gewirkt haben, sind die fünf Mädels nun deutlich rundlicher gezeichnet. Die Geschichtsausdrücke sind mittlerweile stärker herausgearbeitet, sodass sich die Comedy der Reihe auch bildlich greifen lässt.

Einzelne Kapitel sind visuell besonders hervorgehoben, beispielsweise durch einen 4-Panel-Stil. Das ist vielleicht etwas ungewohnt, aber durchaus mal eine nette Abwechslung. Und genau von solcher Abwechslung lebt eigentlich der gesamte Zeichenstil, bei dem der Autor und Zeichner scheinbar stetig mit neuen Darstellungen experimentiert und die Leserschaft unterhält. Inmitten all der kuriosen Bilder finden sich aber auch mehrere hübsch ausgearbeitete Doppelseiten. Fans von Erdbeeren & Marshmallows dürfen sich zudem wieder auf eine kleine, schwarz-weiße Art-Galerie nach dem letzten Kapitel freuen.

ICHIGOMASHIMARO 1, 2, 3, 4, 5, 6 © barasui 2003, 2004, 2005, 2007, 2009 / KADOKAWA CORPORATION, Tokyo

Eine deutsche Leseprobe zum ersten Band ist hier verfügbar. Es empfiehlt sich allerdings, im Handel auch einmal in die späteren Bände reinzuschauen, da sich der Stil über die Jahre doch sehr verändert hat. Man sollte hierbei bedenken, dass der Manga in Japan immerhin bereits seit Februar 2002 veröffentlicht wird.

Fazit

Der vierte Sammelband ist für uns der beste Teil der Geschichten um die fünf Mädchen, da sowohl inhaltlich als auch visuell eine breite Vielfalt geboten ist. Diese sorgt für unglaublich viel Abwechslung, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht unbedingt erwarten würde. Insbesondere die erste Hälfte des Doppelbandes hat uns gut gefallen. Darüber hinaus sind wir aber insbesondere von der Erwähnung Yuzuru Hanyus entzückt – das kam unerwartet und erfreut das Fan-Herz natürlich sehr.

Ebenfalls fiel positiv auf, dass die verschiedenen Alltags-Episoden im vierten Sammelband allgemein etwas länger waren, sodass der Erzählung in Folge mehr Raum gegeben wurde. Dadurch entfaltet sich die Story besser, keine Seite langweilt. Natürlich ist das immer vom eigenen Humor abhängig, aber wir sind überzeugt, dass Fans ähnlicher Geschichten – wie Yotsuba&! und Mitsuboshi Colors – auch Gefallen an den alltäglichen „Abenteuern“ von Nobue, Chika, Matsuri, Miu und Ana haben könnten.

Der Manga lädt beim Lesen zum Entspannen vom eigenen, stressigen Alltag ein. Wann mit einer Fortsetzung zu rechnen ist, bleibt allerdings abzuwarten. In Japan ist bislang kein weiterer Band erschienen. Im unten verlinkten Video spricht TOKYOPOP-Mitarbeiter Bene jedoch von einem Release des neunten Bandes im Sommer 2022.


Bene von TOKYOPOP über Erdbeeren & Marshmallows

TOKYOPOP hat den Manga freundlicherweise als Rezensionsexemplar für diese Vorstellung zur Verfügung gestellt.

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