Special: Yoshitoki Oima – 6 Jahre „A Silent Voice“

Dienstag, 10. November 2020, 8:30
Special: Yoshitoki Oima – 6 Jahre „A Silent Voice“
© YOSHITOKI OIMA / Kodansha Ltd.

Vor rund sechs Jahren, am 19. November, endete der herzbewegende Manga A Silent Voice im Weekly Shounen Magazine von Kodansha. Anlässlich dessen wollen wir nochmal einen Blick auf diesen werfen und gemeinsam mit Egmont Manga einen exklusiven Einblick geben, wie sich die Reihe in Deutschland geschlagen hat. Außerdem haben wir noch eine exklusive Lizenz-Ankündigung im Artikel zu bieten.

So dürfen wir an dieser Stelle verkünden, dass sich die Reihe von Mangaka Yoshitoki Oima hierzulande bereits über 100.000-mal in Deutschland verkauft hat und damit zu den Bestsellern des Berliner Verlages zählt.

Doch wie kam es zu A Silent Voice?

Bevor diese Geschichte entstand, veröffentlichte Oima-sensei zuerst im Alter von 20 Jahren, 2009, gemeinsam mit Autor Tow Ubukata die Reihe Mardock Scramble im Monthly Shounen Magazine von Kodansha. Diese Reihe umfasst sieben Bände und war ihr Einstieg als Mangaka.

2011 veröffentlichte sie in dem Magazin den gleichnamigen Oneshot der als Grundstein für ihr bislang bekanntestes Werk A Silent Voice (jap.: Koe no Katachi), dienen sollte. Mit diesem gewann sie eigentlich bereits den „80th Weekly Shounen Magazine Newbie Best Mangaka Award 2008“, jedoch verzögerte sich die Veröffentlichung aufgrund eines Rechtsstreits. Bis zur Serialisierung im Weekly Shounen Magazine von Kodansha dauerte es daher erneut rund zwei Jahre, denn erst im August 2013 wurde aus dem Oneshot eine vollwertige Serie. Die Veröffentlichung erstreckte sich über knapp ein Jahr hinweg und sorgte für die sieben Bände, die hierzulande bei Egmont Manga veröffentlicht wurden. Inzwischen arbeitet sie seit November 2016 an ihrer neusten Serie To Your Eternity (jap.: Fumetsu no Anata e). Doch liegt unser Fokus auf dem Erfolgswerk der Mangaka.

© YOSHITOKI OIMA / Kodansha Ltd.

Die Veröffentlichung des Titels erwies sich so als schwieriger als erwartet, da es den oben genannten Rechtsstreit gab, der die Veröffentlichung verzögerte. Doch mit der Publikation begann die Erfolgsgeschichte der Mangaka, denn der Oneshot allein sorgte für viel Aufsehen und für eine steigernde Wirkung der Verkaufszahlen des Weekly Shounen Magazins. Eine Geschichte, die tausende Menschen auf der Welt zusammenbringen und 2016 sogar eine Anime-Adaption aus dem renommierten Studio Kyoto Animation erhalten sollte.

Doch was macht den Titel so besonders?

A Silent Voice handelt von einem taubstummen Mädchen namens Shoko und einem jungen, aufgeweckten Jungen namens Shoya. Das Mädchen muss neben ihrer Behinderung auch noch mit starkem Mobbing durch Shoya und dessen Freunde kämpfen. Der Manga zeigt dabei die grausame Welt des Mobbings und versucht diese nicht zu beschönigen. Auch Schuldgefühle und Suizid werden dabei behandelt. So plagen Shoya seit dem Mobbing gegenüber Shouko starke Schuldgefühle. Erst als er selbst zum Mobbingopfer wird, versteht er, welches Leid Shouko wegen ihm erleben musste. Er lernt die Gebärdensprache und damit die Worte, die Shouko ihm immer wieder zu sagen versuchte. Eine schicksalhafte Begegnung soll die beiden erneut zusammenbringen und ihrer gemeinsame Vergangenheit wiederaufleben lassen!

Es mag nur sehr schwierig vorzustellen sein, dass ein Unterhaltungsmedium Themen wie Suizid und Mobbing kritisch behandelt. Doch dies liegt hier vor. Hierbei kommen weder Opfer noch Täter zu kurz, sondern man erhält einen ungefilterten Blick auf die Taten. Für Menschen mit entsprechenden Problemen kann dieses Werk also wie Balsam sein, da man auf Verständnis stößt und das Gefühl bekommt, nicht alleine zu sein. Tätern hingegen werden ihre Taten vor Augen geführt und so belehrt, was sie da eigentlich genau tun.

Aber auch die Behinderung und die Sprachbarriere werden realistisch und authentisch umgesetzt. So könnte man meinen, dass Oima-sensei einen komplett in ihr Werk eintauchen lässt, da die meisten Panels ohne jegliche Worte auskommen würden und die bloße Darstellung der Situation genügen würde, um zu verstehen, was gerade vor sich geht. Der Ursprung der Geschichte: Ihre Mutter, die als Dolmetscherin für Gebärdensprache arbeitet und ihre Tochter, die bei der Recherche und Inspiration geholfen hat.

© YOSHITOKI OIMA / Kodansha Ltd.

Für ihr Werk erhielt die Mangaka enorm viel positives Feedback. So gab es mehrere Nominierungen und Auszeichnungen – beispielsweise den „Rudolph Dirks Award 2018“ in der Kategorie „Bestes Szenario (Asien)“ oder den „Osamu-Tezuka-Kulturpreis als Nachwuchskünstler“ im Jahre 2015. Sie war mit ihrem Werk außerdem für den „Eisner Award 2016“ und den „Max-und-Moritz-Preis 2018“ nominiert.

An dieser Stelle dürfen wir passenderweise zum Jubiläum ankündigen, dass Egmont Manga den Manga als hochwertige Luxury Edition ab Juni 2021 neu veröffentlicht! Der Manga wird dabei auf 2 Luxury Editions im Hardcover verteilt. Die Bände kommen mit jeweils mehr als 600 Seiten, schicker Veredelung und in Deutschland bislang unveröffentlichtem Bonusmaterial für 30 Euro pro Band. Der zweite Band folgt  bereits im August 2021. Die Genre-Einteilung wird dabei ebenfalls geändert, denn so wird die Luxury Edition nicht länger als Romance , sondern als Slice of Life kategorisiert. Die neue Luxury Edition ist ein Must-have für alle Fans der Reihe! Hier seht ihr die vorläufigen Cover für die Edition:

© YOSHITOKI OIMA / Kodansha Ltd.